
Bernhard Simon
Heilpraktiker für Psychotherapie
Angst ist keine Fehlfunktion. Sie ist ein Signal. Das Problem bei Angststörungen ist nicht, dass der Körper Angst produziert - das ist seine Aufgabe, er tut es, um uns zu schützen. Das Problem ist, dass dieses Signal in Situationen ausgelöst wird, in denen keine reale Gefahr besteht. Und dass es so intensiv wird, dass es das Leben einschränkt.
Wer unter einer Angststörung leidet, weiß meistens rational, dass die Angst übertrieben ist. Das ändert nichts daran, wie sie sich anfühlt. Und es ändert nichts daran, wie sehr sie den Alltag bestimmt - welche Situationen vermieden werden, welche Wege nicht mehr gegangen werden, welche Möglichkeiten sich langsam verschließen.
Warum Angststörungen so hartnäckig sind
Angststörungen haben eine Eigenschaft, die sie besonders schwer zu durchbrechen macht: Vermeidung. Wer Angst vor bestimmten Situationen hat, vermeidet diese Situationen. Und jedes Mal, wenn eine Situation vermieden wird, bestätigt das Gehirn die Annahme, dass sie gefährlich ist. Die Angst wird nicht kleiner - sie wird größer.
Gleichzeitig ist Angst selten das eigentliche Problem. Sie ist meistens ein Symptom - ein Ausdruck von etwas, das tiefer liegt. Unverarbeitete Erfahrungen, die das Nervensystem in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft halten. Überzeugungen über sich selbst oder die Welt, die irgendwann entstanden sind und seitdem wirken, ohne dass man sich ihrer bewusst ist. Innere Anteile, die Schutz suchen und dabei das Leben einengen.
Diese tieferliegenden Ursachen zu finden und zu verstehen - das ist der Kern meiner Arbeit mit Menschen, die unter Angststörungen leiden.
Wie ich mit Angststörungen arbeite
Mein Ansatz ist personzentriert, was bedeutet: Ich arbeite nicht nach einem Schema. Es gibt keine vorgegebene Abfolge von Techniken, die ich bei jedem Menschen mit Angststörung gleich anwende. Stattdessen nehme ich mir Zeit, Ihre spezifische Situation zu verstehen - wann die Angst auftritt, wie sie sich anfühlt, was sie auslöst und was sie möglicherweise schützt.
Focusing nach Eugene Gendlin ist dabei eine Methode, die ich häufig einsetze. Viele Menschen mit Angststörungen haben gelernt, ihre körperlichen Empfindungen zu ignorieren oder zu bekämpfen - weil sie beängstigend sind. Focusing hilft dabei, eine andere Beziehung zum eigenen Körper zu entwickeln. Nicht eine Beziehung der Bekämpfung, sondern eine des Verstehens. Was will dieses körperliche Gefühl mir sagen? Was braucht es?
Die Arbeit mit dem Inneren Team nach Schulz von Thun ist besonders dann hilfreich, wenn die Angst einen inneren Anteil darstellt, der etwas schützen will - und wenn es darum geht, diesen Anteil zu verstehen, ohne ihn zu bekämpfen. Denn innere Anteile, die bekämpft werden, werden stärker. Innere Anteile, die gehört werden, können sich verändern.
Was Angststörungen von normaler Angst unterscheidet
Angst ist normal. Jeder Mensch erlebt Situationen, in denen er nervös ist, sich unwohl fühlt oder Herzklopfen bekommt. Das ist keine Störung - das ist das Nervensystem, das seinen Job macht.
Von einer Angststörung spricht man dann, wenn die Angst unverhältnismäßig stark ist im Verhältnis zur tatsächlichen Situation, wenn sie regelmäßig auftritt und den Alltag einschränkt, wenn Situationen aktiv vermieden werden, um der Angst zu entgehen, und wenn die Angst oder die Vermeidung zu einem erheblichen Leidensdruck führt.
Häufige Formen, mit denen Menschen zu mir kommen, sind generalisierte Angststörungen - ein diffuses, anhaltendes Gefühl der Besorgtheit, das sich auf viele Lebensbereiche erstreckt. Soziale Ängste - die Angst vor Bewertung durch andere, vor Blamage, vor dem Mittelpunkt zu stehen. Panikattacken - plötzliche, intensive Angstreaktionen, die körperlich sehr belastend sind und oft aus dem Nichts zu kommen scheinen. Und spezifische Phobien - Ängste vor bestimmten Situationen oder Objekten, die den Alltag einschränken.
Warum kein Wartezimmer die richtige Antwort ist
Wer in Mainz einen Therapieplatz für eine Angststörung sucht, wartet im Durchschnitt mehrere Monate. Das ist für Menschen, die täglich unter ihrer Angst leiden, keine akzeptable Situation. Als Heilpraktiker für Psychotherapie kann ich zeitnah einen Termin anbieten - ohne Kassenzulassung als Flaschenhals, ohne bürokratische Hürden.
Eine Einzelsitzung dauert 45 bis 50 Minuten und wird mit 70 € berechnet. Das erste Gespräch ist kostenlos und unverbindlich. Digitale Sitzungen sind nach Absprache möglich.
