
Bernhard Simon
Heilpraktiker für Psychotherapie
Burnout beginnt selten mit einem dramatischen Moment. Es beginnt mit einem Ja, wenn man eigentlich Nein sagen wollte. Mit einem weiteren Abend, an dem man noch kurz etwas erledigt. Mit dem Gedanken, dass es bald besser wird - nach diesem Projekt, nach dieser Phase, nach diesem Jahr. Und irgendwann merkt man, dass das Besser nicht kommt. Dass die Erschöpfung nicht mehr verschwindet, auch wenn man schläft. Dass die Dinge, die früher Freude gemacht haben, sich leer anfühlen. Dass man funktioniert - aber nicht mehr lebt.
Das ist Burnout. Nicht Schwäche. Nicht Versagen. Sondern das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem jemand mehr gegeben hat, als er hatte - oft ohne es zu merken, oft ohne dass jemand anderes es gemerkt hat.
Warum Burnout so schwer zu erkennen ist
Burnout entwickelt sich schleichend. Das macht es so gefährlich. Menschen mit Burnout sind meistens keine Menschen, die wenig leisten - sie sind meistens Menschen, die sehr viel leisten. Die hohe Ansprüche an sich selbst haben. Die Verantwortung übernehmen, auch wenn sie eigentlich zu viel ist. Die nicht aufhören können, auch wenn sie erschöpft sind - weil Aufhören sich falsch anfühlt, weil es das Schuldgefühl erzeugt, nicht genug zu tun.
Und weil Burnout so schleichend kommt, wird es oft zu spät erkannt. Erst wenn nichts mehr geht. Erst wenn der Körper streikt. Erst wenn die Erschöpfung so tief ist, dass auch ein Wochenende oder ein Urlaub keine Erholung mehr bringt.
Wer an diesem Punkt ist, braucht keine Entspannungstipps. Er braucht jemanden, der versteht, wie er dahin gekommen ist und was es braucht, um wieder heraus zu kommen.
Was Burnout von normaler Erschöpfung unterscheidet
Jeder Mensch ist manchmal erschöpft. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Burnout ist etwas anderes. Die wichtigsten Unterschiede: Normale Erschöpfung verschwindet nach ausreichend Schlaf und Erholung. Burnout-Erschöpfung nicht - sie ist da, auch nach dem Urlaub, auch nach dem Wochenende, auch nach der langen Nacht. Normale Erschöpfung lässt sich durch Pausen beheben. Burnout nicht - weil die Ursache nicht die fehlende Pause ist, sondern der Zustand, in dem sich das Nervensystem befindet. Und normale Erschöpfung betrifft meistens einen Bereich. Burnout betrifft alles - die Arbeit, die Beziehungen, die Freizeitaktivitäten, das Gefühl für sich selbst.
Häufige Zeichen, die Menschen beschreiben, wenn sie zu mir kommen: Das Gefühl, innerlich leer zu sein, auch wenn äußerlich alles funktioniert. Eine zynische oder gleichgültige Haltung gegenüber Dingen, die früher wichtig waren. Das Gefühl, egal was man tut, es reicht nie. Körperliche Beschwerden ohne klare medizinische Ursache. Und die Unfähigkeit, wirklich abzuschalten - auch in Momenten, in denen man eigentlich entspannt sein sollte.
Warum bisherige Versuche nicht geholfen haben
Wenn Sie diesen Artikel lesen, haben Sie wahrscheinlich bereits einiges versucht. Urlaub genommen. Weniger gearbeitet. Versucht, Grenzen zu setzen. Und vielleicht hat das kurzfristig geholfen - aber nach der Rückkehr in den Alltag war alles wieder da. Manchmal schlimmer als vorher.
Der Grund ist folgender: Burnout ist nicht nur ein Problem der zu vielen Arbeit. Es ist ein Problem der inneren Antreiber, die hinter dieser Arbeit stecken. Der Überzeugungen, die dazu geführt haben, dass Nein sagen sich unmöglich anfühlt. Der Muster, die dazu geführt haben, dass Leistung zur einzigen Währung geworden ist, mit der man sich selbst bewertet. Diese inneren Antreiber verschwinden nicht im Urlaub. Sie warten, bis man zurückkommt.
Genau hier setze ich an. Nicht mit Ratschlägen, weniger zu arbeiten - das wissen Sie bereits. Sondern mit der Frage, was Sie dazu gebracht hat, so viel zu geben. Und was es braucht, damit sich das verändern kann.
Wie ich mit Burnout arbeite
Mein Ansatz ist personzentriert. Ich nehme mir Zeit, Ihre spezifische Situation zu verstehen - nicht nach einem Schema, sondern ausgehend von dem, was Sie mitbringen. Welche Überzeugungen treiben Sie an? Welche inneren Anteile kämpfen miteinander - der Teil, der Leistung bringen will, und der Teil, der längst erschöpft ist? Was hat dazu geführt, dass Sie so weit gekommen sind?
Die Arbeit mit dem Inneren Team nach Schulz von Thun ist dabei besonders hilfreich. Sie macht die inneren Antreiber sichtbar — den inneren Kritiker, den inneren Helfer, den inneren Perfektionisten und hilft dabei, einen anderen Umgang mit ihnen zu finden. Nicht indem man sie bekämpft, sondern indem man versteht, was sie wollen und was sie schützen.
Focusing nach Eugene Gendlin hilft dabei, die körperlichen Signale des Burnouts ernst zu nehmen - nicht als Störung, die überwunden werden muss, sondern als Botschaft, die gehört werden will. Was sagt der Körper, wenn er erschöpft ist? Was braucht er wirklich?
Was Sie in meiner Praxis erwartet
Ich sage Ihnen nicht, was Sie tun sollen. Ich gebe Ihnen keine Liste mit Maßnahmen, die Sie umsetzen müssen. Was ich tue: Ich höre zu, ohne zu werten. Ich stelle Fragen, die Sie weiterbringen. Und ich begleite Sie dabei, zu verstehen, was Sie dahin gebracht hat und was Sie brauchen, um wieder Zugang zu sich selbst zu finden.
Das erste Gespräch ist kostenlos, dauert ca. 30 Minuten und verpflichtet Sie zu nichts. Eine Einzelsitzung dauert 45 bis 50 Minuten und wird mit 70 € berechnet. Die Kosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Einige private Zusatzversicherungen erstatten Heilpraktikerleistungen jedoch teilweise. Digitale Sitzungen sind nach Absprache möglich.
