
Bernhard Simon
Heilpraktiker für Psychotherapie
Depression ist keine Frage der Einstellung. Wer das noch nicht verstanden hat, hat noch nie wirklich unter einer Depression gelitten - oder jemanden begleitet, der es tut. Der Rat, positiver zu denken, einfach rauszugehen, Sport zu machen, sich zusammenzureißen - er kommt meistens gut gemeint. Und er trifft Menschen, die unter Depressionen leiden, meistens wie ein Vorwurf. Als ob sie nicht wollten. Als ob sie sich nicht genug anstrengen.
Das Gegenteil ist der Fall. Menschen mit Depressionen strengen sich oft enorm an - nur um das zu leisten, was anderen mühelos gelingt. Aufstehen. Duschen. Den Tag beginnen. Und trotzdem kommen sie nicht vom Fleck. Nicht weil sie schwach sind. Sondern weil etwas in ihnen feststeckt, das sich nicht durch Willenskraft lösen lässt.
Was Depression wirklich ist
Depression ist ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Ebenen, die sich gegenseitig verstärken. Auf der körperlichen Ebene verändert sich der Schlaf, die Energie, der Appetit, manchmal auch körperliche Empfindungen wie Schmerzen ohne klare Ursache. Auf der kognitiven Ebene entstehen negative Denkmuster - Überzeugungen über sich selbst, über die Zukunft, über die eigene Wertlosigkeit - die sich real anfühlen, auch wenn sie es nicht sind. Auf der emotionalen Ebene verschwindet die Freude, die Verbindung zu anderen Menschen, das Gefühl, dass irgendetwas einen Sinn ergibt. Und auf der sozialen Ebene zieht sich der Mensch zurück - was die Isolation verstärkt und den Kreislauf schließt.
Diese Ebenen lassen sich nicht isoliert betrachten. Eine Therapie, die nur an einer Ebene ansetzt, greift zu kurz. Meine Fortbildung in Empathie und therapeutischem Tun mit Schwerpunkt Depressionsbehandlung bei Joachim Finke hat meinen Blick für dieses Zusammenspiel geschärft und dafür, wie das therapeutische Gespräch diesem Zusammenspiel gerecht werden kann.
Warum der personzentrierte Ansatz bei Depression wirkt
Der personzentrierte Ansatz geht davon aus, dass Sie - auch in einer depressiven Phase - die Ressourcen in sich tragen, die Sie brauchen. Das klingt wie eine Phrase, wenn man sich im Tief befindet. Es ist aber keine Behauptung, dass alles gut wird, wenn man nur positiv denkt. Es ist eine Aussage über die therapeutische Beziehung.
Echte Empathie - das Gefühl, wirklich gehört und verstanden zu werden, ohne bewertet zu werden - ist einer der wirksamsten therapeutischen Faktoren, die wir kennen. Nicht weil sie das Problem löst. Sondern weil sie den Raum schafft, in dem Veränderung möglich wird. Weil sie das Gefühl der Isolation durchbricht, das Depressionen so schwer macht. Und weil sie dem Menschen das Gefühl gibt, dass er nicht alleine ist mit dem, was er trägt.
In meiner Praxis bedeutet das konkret: Ich sage Ihnen nicht, was Sie fühlen sollen. Ich sage Ihnen nicht, was Sie tun sollen. Ich höre zu, nehme ernst, was Sie erleben, und begleite Sie dabei, zu verstehen, was Sie festhält und was Sie brauchen, um wieder Zugang zu sich selbst zu finden.
Was Depression von einer schlechten Phase unterscheidet
Jeder Mensch hat Phasen, in denen es ihm nicht gut geht. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Von einer Depression spricht man dann, wenn mehrere der folgenden Merkmale über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen vorhanden sind: anhaltende Niedergeschlagenheit oder Leere, deutlicher Verlust von Interesse oder Freude an Dingen, die früher Freude gemacht haben, Veränderungen im Schlaf - zu viel oder zu wenig, Veränderungen im Appetit und Gewicht, anhaltende Erschöpfung und Energiemangel, Gefühle von Wertlosigkeit oder übermäßiger Schuldgefühle, Schwierigkeiten beim Denken, Konzentrieren oder Entscheiden, sowie in schweren Fällen Gedanken an den Tod oder daran, nicht mehr leben zu wollen.
Wenn Sie mehrere dieser Punkte bei sich erkennen, ist das ein Hinweis darauf, dass professionelle Unterstützung sinnvoll sein könnte. Das erste Gespräch bei mir ist kostenlos und unverbindlich - Sie müssen nichts mitbringen außer der Bereitschaft, zu reden.
Über mich: Was ich nicht bin
Ich bin kein Psychiater und kein Arzt. Ich verschreibe keine Medikamente und stelle keine klinischen Diagnosen. Bei schweren Depressionen, bei denen Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid eine Rolle spielen, ist psychiatrische Unterstützung unbedingt notwendig und ich werde das in einem Gespräch offen ansprechen.
Was ich anbiete, ist psychotherapeutische Begleitung nach dem Heilpraktikergesetz - für Menschen, die unter depressiven Verstimmungen oder leichten bis mittelschweren Depressionen leiden und einen Gesprächspartner suchen, der zuhört, versteht und begleitet. Ohne Warteliste. Ohne Diagnose als Voraussetzung. Ohne bürokratische Hürden.
Wie der Einstieg aussieht
Das erste Gespräch ist kostenlos, dauert ca. 30 Minuten und verpflichtet Sie zu nichts. Eine Einzelsitzung dauert 45 bis 50 Minuten und wird mit 70 € berechnet. Die Kosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Einige private Zusatzversicherungen erstatten Heilpraktikerleistungen jedoch teilweise. Digitale Sitzungen sind nach Absprache möglich.
