
Bernhard Simon
Heilpraktiker für Psychotherapie
Beziehungsprobleme haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie werden mit der Zeit meistens nicht besser, sondern schlechter. Nicht weil die Menschen in der Beziehung schlechter werden - sondern weil ungelöste Konflikte Ablagerungen hinterlassen. Verletzungen, die nicht ausgesprochen wurden. Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Vertrauen, das langsam erodiert, ohne dass ein einzelner dramatischer Moment dafür verantwortlich wäre.
Irgendwann ist die Last dieser Ablagerungen so groß, dass jedes neue Gespräch unter ihrem Gewicht zusammenbricht - bevor es überhaupt richtig begonnen hat.
Warum Beziehungsprobleme so schwer zu lösen sind
Das Paradoxe an Beziehungsproblemen ist folgendes: Je wichtiger uns jemand ist, desto schwerer fällt es uns, mit ihm oder ihr offen zu reden. Die Angst, verletzt zu werden, ist bei nahestehenden Menschen größer als bei Fremden. Die Angst, den anderen zu verletzen, auch. Und die Geschichte, die wir miteinander haben, macht es noch schwerer - weil jede neue Situation durch die Brille aller vergangenen Situationen wahrgenommen wird.
Hinzu kommt etwas, das in der Paarberatung häufig sichtbar wird: Die Art, wie wir Beziehungen führen, haben wir gelernt - lange bevor wir bewusst darüber nachgedacht haben. Das Vorbild unserer Eltern, unsere frühen Bindungserfahrungen, die Muster, die wir als Kinder entwickelt haben, um mit schwierigen Situationen umzugehen - all das wirkt in unsere heutigen Beziehungen hinein, meistens ohne dass wir es merken.
Wenn jemand in jedem Konflikt sofort dichtmacht, hat das oft nichts mit dem aktuellen Partner zu tun. Wenn jemand in jeder Beziehung das Gefühl hat, nicht wirklich gesehen zu werden, liegt die Ursache selten nur beim anderen. Diese Zusammenhänge sichtbar zu machen, ist einer der wichtigsten Beiträge, den ich in meiner Arbeit leisten kann.
Was einen therapeutischen Rahmen von einem Gespräch zu zweit unterscheidet
Viele Paare versuchen, ihre Probleme alleine zu lösen und scheitern nicht daran, dass sie nicht intelligent genug wären oder sich nicht genug bemühen. Sie scheitern daran, dass sie gleichzeitig Partei und Schiedsrichter sind. Dass jede Aussage des anderen automatisch bewertet wird, bevor sie vollständig gehört wurde. Dass die eigene Verletzung so präsent ist, dass kein Raum mehr für die Perspektive des anderen bleibt.
Ein therapeutischer Rahmen verändert diese Dynamik. Nicht weil ich die Lösung kenne, sondern weil ich eine Struktur schaffe, in der langsamer, klarer und konstruktiver geredet werden kann. In der beide Seiten gehört werden. In der Verletzungen ausgesprochen werden können, ohne sofort zu einer Eskalation zu führen.
Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist das Gegenteil - die Bereitschaft, sich professionelle Unterstützung zu suchen, wenn die eigenen Mittel nicht mehr ausreichen, ist ein Zeichen von Stärke und Selbstreflexion.
Für wen diese Begleitung geeignet ist
Ich begleite Paare, die sich im Streit im Kreis drehen und keinen Ausweg mehr sehen. Paare, bei denen das Vertrauen durch Untreue, Enttäuschungen oder mangelnde Aufmerksamkeit gelitten hat. Paare, die sich entfremdet haben und wieder zueinander finden wollen. Und Paare, die vor der Frage stehen, ob die Beziehung noch eine Zukunft hat und diese Frage nicht alleine beantworten können oder wollen.
Ich begleite aber auch Einzelpersonen, die feststellen, dass sie immer wieder in dieselben Beziehungsmuster geraten unabhängig vom Partner. Menschen, die merken, dass ihre Art, Beziehungen zu führen, ihnen selbst im Weg steht. Und Menschen, die eine Trennung verarbeiten und verstehen wollen, was in der Beziehung wirklich passiert ist - nicht um Schuld zuzuweisen, sondern um für die Zukunft klarer zu sehen.
Der Unterschied zwischen Schuldklärung und Musterarbeit
Ein häufiges Missverständnis über Paartherapie ist, dass es darum geht, herauszufinden, wer Schuld hat. Das ist nicht der Fall - zumindest nicht in meiner Arbeit. Schuldfragen lösen keine Beziehungsprobleme. Sie vertiefen sie.
Was tatsächlich hilft, ist die Frage nach den Mustern. Welche wiederkehrenden Dynamiken gibt es in dieser Beziehung? Wer übernimmt welche Rolle? Welche Bedürfnisse werden nicht ausgesprochen? Welche Erwartungen sind unrealistisch? Welche Verletzungen sind noch nicht verarbeitet?
Diese Fragen lassen sich im Gespräch zu zweit kaum beantworten - weil wir mitten in den Mustern stecken, die wir analysieren wollen. Ein professioneller Rahmen schafft die notwendige Distanz.
Wie der Einstieg aussieht
Das erste Gespräch ist kostenlos, dauert ca. 30 Minuten und verpflichtet Sie zu nichts. Es kann als Paar oder als Einzelperson geführt werden. Paarberatungssitzungen dauern in der Regel 90 Minuten und werden mit 140 € berechnet. Kürzere Einheiten von 60 Minuten sind möglich und werden mit 90 € in Rechnung gestellt. Digitale Sitzungen sind nach Absprache ebenfalls möglich. Eine ausführliche Übersicht mit Rechenbeispiel und Preisvergleich finden Sie unter Paartherapie Kosten in Mainz.
